
Die Endometriose - eine Herausforderung
In Europa sind ca. 14 Millionen Frauen an Endometriose erkrankt und leiden an deren Folgeerscheinungen. In Italien rechnet man mit 3 Millionen erkrankten Frauen, laut Schätzungen wird weltweit mit 150 Mill. betroffenen Frauen gerechnet. Damit stellt diese Pathologie die zweithäufigste Erkrankung der Frau dar. Bis zur definitiven Diagnosestellung leiden die Patientinnen über Jahre unter den verschiedensten akuten und chronischen Schmerzzuständen dieser Erkrankung und an unerfülltem Kinderwunsch. In der Tat dauert es im Durchschnitt 4,7 Jahre bis sich die Frau an den Arzt wendet und weitere ca. 4,6 Jahre vergehen bis zur richtigen Diagnosestellung. Man schätzt den reinen wirtschaftlichen Schaden, welcher durch die entsprechenden Arbeitsausfälle in Europa jährlich anfällt auf ca. 30 Milliarden Euro.
Bei den Betroffenen handelt es sich meist um junge Frauen im reproduktionsfähigen Alter. Wir konnten dementsprechend bei 5628 Paaren, welche im Zeitraum von 2000 bis 2008 an unserem Zentrum für Reproduktionsmedizin abgeklärt wurden, in 43% eine Endometriose diagnostizieren. In 76% fand sich ein frühes Stadium der Erkrankung (Stadium I –II), in 24 % jedoch eine fortgeschrittene Erkrankung (Stadium III und IV) mit zum Teil sehr hohem Leidensdruck. Durch den chronischen Verlauf dieser Erkrankung kommt es häufig zu mehrfachen Operationen und praktisch in allen Fällen zu Schmerzen, welche wiederum anhaltende Arbeitsausfälle und Krankschreibungen nach sich ziehen. Weitere Folgen können Kinderlosigkeit, Partnerverlust, Einschränkung sozialer Kontakte und Missbrauch von Medikamenten sein. Von der Endometriose sind somit letztlich nicht nur die Erkrankten selbst, sondern durch deren Auswirkungen häufig auch ihr Umfeld betroffen. Gerade deshalb ist es wichtig alles zu unternehmen, um eine frühzeitigen Diagnostik herbeizuführen.
Dieser Kongress in Bruneck bietet die Gelegenheit das Krankheitsbild der Endometriose interdisziplinär von kompetenten FachkollegenInnen allen näher zu bringen, damit künftig immer häufiger eine Frühdiagnose mit entsprechender Behandlung dieser heimtückischen Erkrankung möglich wird.






